Elektromobilität, Ladestationen und mehr

Die wichtigsten Infos von uns für sie.

Elektroautos laden

Immer mehr Unternehmen setzen auf Nachhaltigkeit und stellen Ihre Fahrzeugflotte auf Elektrofahrzeuge um. Diese Umstellung setzt jedoch voraus, dass auch eine Ladeinfrastruktur in Reichweite und ausreichenden Anzahl vorhanden ist.

Immer, wenn das E-Fahrzeug steht, kann geladen werden.  Lange Standzeiten dafür hat man Zuhause oder bei der Arbeit. Daher sind Ladesäule dort optimal. Man spricht hier oft von Charge at Home oder Charge at Work.

Auch Laden unterwegs wird immer besser. So ist der Ausbau der halb-/öffentlichen E-Auto Ladestationen bereits jetzt schon fortschrittlich und wird immer weiter ausgebaut.

So kann man oft als Gast im Hotel, Kunde beim Einkauf oder Reisender an der Tankstelle an den öffentlich zugänglichen Ladesäulen sein E-Auto aufladen.

Das Laden ist nicht gleich dem alt-bekannten Tanken gleichzusetzen. Der Prozess dauert länger an und darauf sind die neuen Ladeparks mit Bäcker oder Restaurant wie an der bekannten Raststätte vorbereitet.

Ladeinfrastruktur ist nicht nur eine Wallbox

„Eine Wallbox an die Wand montieren und sofort laden.“

So stellt man sich den Vorgang zunächst vor. Doch dahinter steckt viel mehr! Diese Wallbox braucht Strom und der Anschluss an den Zählerschrank muss fachgerecht durchgeführt werden.

Hierzu gibt es einige technische Vorschriften, die der Fachmann kennen und umsetzen sollte. So gilt beispielsweise seit dem 01.01.2024 der §14a des EnWG, der eine Regulierung der steuerbaren Verbraucher, vorschreibt. Auch die Netzbetreiber haben klare Regeln wie der Zählerschrank nach aktuellem Stand der Technik aufgebaut sein soll. Oft wird dann erst nach einem Umbau des Zählerschrankes und dem Verlegen der Kabel der Anschluss der Wallbox möglich.

So wird aus einer Wallbox-Montage gleich ein kleines Bau-Projekt.

Komplexer wird es mit der zunehmenden Anzahl der Ladestationen. Hier muss u.a. auch ein Lastmanagement, der den Netzanschluss vor einer Überlastung schützt, installiert werden. Kabelwege müssen geschaffen und die Kabel verlegt werden. Was brauche ich letztlich für die Ladeinfrastruktur? Und wer kann mir das Projekt umsetzen? Welche Kosten kommen auf mich insgesamt zu?

Weitere rechtliche Rahmenbedingungen stellen auch europäische Richtlinien und deutschlandweite Gesetze dar. Beispielsweise regelt GEIG (Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz) bereits seit 2021, dass unter bestimmten Umständen beim Neubau oder bei Renovierungen an Gebäuden, die dazugehörigen Parkplätze mit Ladesäulen und Leitungen ausgestattet werden müssen.

Zum Schluss stellt sich die Frage um das Bezahlsystem der Ladevorgänge. Hier sind wiederum (steuer-) rechtliche Richtlinien wie die AFIR (Alternative Fuels Infrastructure Regulation) der EU zu beachten. Wer darf an den Säulen Laden? Möchte man selbst der Betreiber sein und die Abrechnung durchführen? Oder nimmt man sich ein Unternehmen für das Ganze.

Die Berücksichtigung dieser Rahmenbedingung ist bei der Planung des Ladeinfrastruktur-Projektes erforderlich.

Solarstrom für die Emobilität

Im optimalen Fall nutz man zum Laden des E-Autos den Ökostrom vom Netzbetreiber oder den Solarstrom aus der eigenen PV-Anlage.

Eine Photovoltaik-Anlage kann je nach Objekt unterschiedlich aufgebaut sein. So kann man sie entweder auf dem Dach des Hauses oder Garage, den Wänden, als Carport oder auf dem Freifläche montieren.

Auch die Art der Nutzung variiert von Voll-Einspeisung, Überschussladung nach Abzug des Eigenverbrauchs, über Mieterstrom-Stromkonzepte bis hin zur Insellösung. Um den Autarkiegrad vom Netzbetreiber zu reduzieren ist oft eine Ergänzung durch einen Batterie-Speicher sinnvoll.

Welches Konzept für sie das Richtige ist hängt von Ihrem Bedarf, Nutzerverhalten oder Zweck ab. Bei der Planung ist das Konzept auch auf den Kosten-Nutzen auszurichten sowie die technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen zu berücksichtigen.

Energiemanagement

Um die Sache abzurunden und den Anforderungen der Nachhaltigkeit gerecht zu werden, unterstützen wir sie beim Aufbau eines Energiemanagements.

Ein Energiemanagement ermöglicht in erster Linie ein Monitoring von Energieverbrauch oder Energieproduktion. Im Privathaushalt lässt sich so die Produktion der PV-Anlage, der Speichervorgang und der Eigenverbrauch durch Haushalt und Elektroauto visualisieren und teilweise auch steuern.

Weitere Auswertungen von Energieverbräuchen in einem Unternehmen können zur Entwicklung von Maßnahmen für die Reduktion der Verbräuche herangezogen werden. Eine Integration von steuerbaren Verbrauchern, wie den Ladesäulen, kann ebenfalls über ein Energiemanagement erfolgen.

Das Ziel eines Energiemanagements ist der effektive Umgang mit Strom-Ressourcen und damit eine Senkung der Stromkosten.

Im Unternehmen lassen sich so die Prozesse oder Anlagen monitoren und steuern. Schließlich können die Daten bei Bedarf für ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001:2018 oder für den Nachhaltigkeitsbericht nach CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) herangezogen werden und die energiebezogene Leistung der Organisation optimieren.

FAQ zur Elektromobilität, Ladestationen und mehr

Warum braucht man eine Ladestation oder Wallbox?

Sie haben sich für ein Elektroauto entschieden? Dann benötigen sie eine Ladestation, die speziell auf ihr Elektrofahrzeug ausgerichtet ist.

Eine Haushaltsteckdose ist für das Aufladen von Elektroautos nicht zu empfehlen. Durch die Dauerbelastung besteht das Risiko, dass das Stromkabel, der Stecker oder die Steckdose überhitzen und es im schlimmsten Fall zu einem Kabelbrand kommt.

Nur spezielle Ladestationen, wie eine Wallbox (Wandladestation) oder Ladesäule,  sind für langes Laden unter hoher Last ausgelegt.

Eine fachgerecht installierte Wallbox verfügt meistens über eine Schutzeinrichtung und schützt sie unter anderem vor einem Stromschlag. Sie operiert mit höheren Ladeleistungen, die gängigerweise bei 11 kW oder 22 kW liegt.

Da Ladestationen speziell für Elektroautos ausgelegt sind, bieten sie einen hohen und smarten Bedienungskomfort an.

Wo sollte man sein Elektroauto laden?

Üblicherweise sind für das Laden eines Elektroautos längere Ladezeiten erforderlich.

Idealerweise werden Elektroautos in der eigenen Garage oder dem Carport aufgeladen. Auch eine Ladesäule auf einem Stellplatz auf ihrem Privatgrundstück ist möglich. In diesem geschützten privaten Raum steht das Auto meist viele Stunden am Stück und sie können ihren normalen Haushaltsstrom beziehen. Man spricht hier von Charge@Home.

Für Unternehmen, die ihre Elektrofahrzeuge auf dem gewerblichen Grundstück laden wollen, bieten sich Ladestationen mit mehreren Ladepunkten an. Diese können auf dem firmeneigenen Gelände, wie Parkplatz oder Tiefgarage, installiert werden. Hier ist auch ein separater Stromanschluss, der ihnen die unabhängige Abrechnung der Elektromobilität über günstige Stromtarife erleichtert, möglich. Das Laden der Mitarbeiter beim Unternehmen wird auch als Charge@Work bezeichnet.

Lädt man unterwegs auf Reisen, beim Einkauf, am Ladepark oder an einer andren öffentlichen Ladesäule, dann wird das als Charge@Public eingestuft.

Den größten Anteil nehmen Charge@Home und Charge@Work ein, da hier die längeren Standzeiten des Fahrzeugs genutzt werden.

Welchen Stecker und welches Kabel benötigt ihr Elektrofahrzeug?

Für den Anschluss ihres Elektroautos an eine Ladesäule (AC) gibt es seit einigen Jahren einen europaweiten Standard: den Typ-2-Stecker. Für die älteren Modelle, die noch den Typ-1-Stecker benötigen, wird ein entsprechendes Adapterkabel eingesetzt. Daneben sind noch CCS-Stecker (Combo2) und CHAdeMO sowie der Supercharger von Tesla verfügbar, die jedoch nur für Gleichstrom (DC) – Schnellladung geeignet sind.

Auf dem Markt haben sie die Auswahl zwischen Wallboxen mit einer Ladebuchse oder mit einem fest installierten Ladekabel. Je nach Bedarf gibt es Ladekabel in verschiedenen Längen, Farben oder auch als Spiralkabel. Es empfiehlt sich ein kurzes und ein langes Kabel je nach Standort der Ladesäule zu verwenden.

Welche Unterschiede gibt es bei der Leistung einer Ladestation?

Grundlegend unterscheidet man bei Ladestationen für Elektroautos zwischen den wandmontierten Wallboxen und frei stehenden Ladesäulen.

Beide Typen werden über eine separat abgesicherte Zuleitung an die Hausinstallation angeschlossen. Der Anschluss kann einphasig oder dreiphasig sein und bestimmt damit die Ladeleistung. Diese liegt bei einem einphasigen Anschluss bei 3,7 kW (16A) und bei einem dreiphasigen Anschluss bei 11 kW (16A) oder 22 kW (32A). Gemäß der EU-Richtlinie 2014/94/EU „Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe“ werden Ladevorgänge mit einer Ladeleistung von bis zu 22 kW als Normalladen klassifiziert.

Je nach Ladeeinrichtung und Ausstattung des Elektrofahrzeuges fällt die Ladedauer dann kürzer oder länger aus.

Die Installation ist gemäß den Empfehlungen des VDE (Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.) fach- und normgerecht durch Elektromeister zu montieren. Sie darf nicht selbst angeschlossen werden. Speziell die Ladesäulen mit über 11 kW Ladeleistung sind gemäß der NAV beim Netzbetreiber genehmigungspflichtig anzumelden.

Immer mehr im öffentlichen Bereich sind auch die sogenannten Schnell-Ladesäulen vertreten. Diese nutzen im Gegensatz zu den oben genannten Ladesäulen keinen Wechselstrom (AC) sondern Gleichstrom (DC). Mit dem Gleichstrom lassen sich Leistungen über 50kW bis zu 600kW erreichen. Dies hat zur Folge, dass entsprechend ausgerüstete E-Fahrzeuge, in kürzerer Zeit aufgeladen werden können.

Welche Ladestation passt zu meinem Elektroauto?

Die Ladestation muss zum Elektroauto passen.

Entscheidend dafür ist das im E-Auto integrierte Bordladegerät. Je nach Hersteller und Modell sind die Bordladegeräte für Ladestationen mit ein-, zwei- oder dreiphasigen Anschlüssen ausgelegt. Wenn das Auto aufgrund des Bordladegerätes nur einphasig Strom aufnehmen kann, dann bringt eine dreiphasige Ladestation keinen Nutzen. Langfristig gesehen kann eine leistungsfähigere Ladestation bei Neuanschaffung eines E-Autos mit höherer Bordladeleistung von Vorteil sein.

Welche Unterschiede gibt es bei der Bedienung der Ladestationen?

Die Bedienung einer Ladestation kann bereits durch eine Zugangssicherung wie einen
Schlüsselschalter oder einen kontaktlosen RFID Kartenleser auf befugte Personen eingeschränkt werden.

Die einfachen Varianten von Ladestationen stellen lediglich die nötige Ladeleistung bereit.

Smarte Ladestationen hingegen können über Internet, Bluetooth oder WLAN gesteuert werden und bieten erweiterte Funktionen an. Ein Display oder Controlpanel informiert bei solchen Modellen über den Ladevorgang, denn diese intelligenten Ladestationen besitzen im Regelfall einen integrierten Stromzähler. Ergänzt durch ein Lademangementsystem wird das Auslesen von Ladestatistiken, die Einstellung der Stromstärke und Programmierung der Ladezeiten ermöglicht.

Damit können sie die Ladezeiten beispielsweise in günstige Stromtarifzeiten verlegen oder ihre Photovoltaikanlage effizient nutzen. Vom großen Vorteil ist das Lademangementsystem bei mehreren Ladepunkten. So kann die Ladekapazität entsprechend der maximalen Ladelast ihres Stromanschlusses und den zu beladenden Fahrzeugen intelligent verteilt werden.

Was kostet eine Ladestation?

Die Preisspanne für eine Wallbox ohne Installation reicht von etwa 500€ bis etwa 2000 € pro Ladepunkt. Ladesäulen sind im Preis ab 2500 € erhältlich.

Die Anschaffungskosten für eine DC-Ladesäule variieren sehr stark in Abhängigkeit von ihren Leistung und liegen bereits im 4-stelligen Bereich.

Da es teilweise sehr große Unterschiede von Hersteller zu Hersteller und von Modell zu Modell gibt, empfehlen wir eine fachgerechte Beratung, die Sie bei der Auswahl des optimalen Gerätes unterstützt.

Darf ich eine Wallbox selbst installieren?

Nein. Eine Montage der Ladestation und der Anschluss an den Hausstrom muss stets ein Fachbetrieb übernehmen. Gemäß der Nieder­spannungs­anschluss­verordnung (NAV) ist nur der Elektroinstallateur zur fachgerechten Einrichtung und Inbetriebnahme der Ladestation berechtigt.  Er nimmt auch die Anmeldung beim Netzbetreiber vor.

Da Ladeeinrichtungen insbesondere mit mehreren Ladepunkten eine hohe Stromlast benötigen, stellt die Prüfung ihres Hausanschlusses einen wichtigen Aspekt der Installation dar. Solche Prüfungen können nur durch qualifizierte Elektroinstallateure durchgeführt werden.

Spechen Sie uns an! Wir von WLA 2.0 sind mit unserem Elektromeister zur Installation berechtigt.

Gibt es Zuschüsse für Elektromobilität?

Ja. Förderungen, meist als Zuschuss, gibt es durch den Bund, die Bundesländer, Kommunen oder über KfW-Förderungen.

Eine aktuelle Übersicht der Fördermöglichkeiten zur Elektromobilität für das Land NRW finden sie unter dem folgenden Link: https://www.elektromobilitaet.nrw/

Welche Stromtarife gibt es für die Elektromobilität?

Sie als Nutzer können selbst bestimmen, von welchem Anbieter sie ihren Strom beziehen. Damit haben sie die Wahl auf Öko- oder Autostrom, der beispielsweise aus Solar- oder Wasserkraft gewonnen wird, umzusteigen.

Die verschiedenen Stromversorger bieten oft vergünstigte oder dynamische Stromtarife, die speziell für das Laden der Elektroautos ausgerichtet sind, an. Zudem können steuerbare Ladestationen die Ladeaktivität auf Zeiten mit günstigerem Stromtarif einstellen.

Hier empfehlen wir, die Angebote der Netzbetreiber zu vergleichen. Unter Umständen lohnt sich der Anbieterwechsel.

Was ist eine Lastgangmessung und wann brauche ich sie?

Eine Lastgangmessung für Strom beschreibt einen Messvorgang am Stromzähler. Damit wird der Stromverbrauch über einen längeren Zeitraum aufgezeichnet und als Kurvenverlauf erfasst. Daraus lassen sich die Verbrauchsspitzen und die Stromauslastung des Stromanschlusses ableiten. Hilfreich ist diese Lastgangmessung vor dem Anschluss von Ladesäulen oder einer PV-Anlage.

Was ist ein Lastmanagement?

Ein Lastmanagement regelt die Ladeleistungen von mehreren Ladepunkten. Ziel des Lastmanagements ist die zur Verfügung stehende Gesamtleistung optimal für die Ladevorgänge zu nutzen und den Netzanschluss vor einer Überlast zu schützen. So kann bei mehreren Ladesäulen vermieden werden, dass die vorhandene Anschlussleistung erweitert werden muss.

Was ist der Unterschied zwischen einem statischen und einem dynamischen Lastmanagement?

Beim statischen Lastmanagement wird eine Obergrenze für die Leistung beim Ladevorgang pro Ladepunkt festgesetzt. Beim dynamischen Lastmanagement wird eine Obergrenze für die Summe der Ladevorgänge festgelegt. Die einzelnen Ladevorgänge können je nach Gesamtauslastung des Netzanschlusses variieren. So wird mit Hilfe des dynamischen Lastmanagements die Leistungen pro Ladepunkt geregelt. Sowohl das statische als auch das dynamische Lastmanagement sorgen für die Netzstabilität. Wobei das dynamische Lastmanagement den Vorteil hat, dass in Zeiten geringen Gesamtverbrauchs die Ladeleistung einzelner Ladepunkte hochreguliert werden kann.

Können PV-Anlagen und Batterie-Speicher ins Lastmanagement integriert werden?

Ja. Die Einbindung von PV-Anlage und Speicher sind über das Energiemanagement auch in das Lastmanagement möglich. Das hat zur Folge, dass der selbst erzeugte Solarstrom mit zum Laden von Elektrofahrzeugen genutzt werden kann. Oft ist jedoch der Solarstrom und Batteriestrom für die Ladung des Fahrzeugs nicht ausreichend, daher wird zusätzlich Strom vom Netzbetreiber bezogen.

Was ist eine halböffentliche und eine öffentliche Ladestation?

Eine öffentliche Ladestation ist eine auf öffentlich Grundstück sich befindliche Ladestation, die auch von jedermann genutzt werden kann. Die halböffentlichen Ladestationen hingegen befinden sich auf privaten Grundstücken und sind zu bestimmten Zeiten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. So kann auch dort jedermann sein E-Auto laden.

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